Theaterprojekte

DER ABEND NACH DEM BEGRÄBNIS DER BESTEN FREUNDIN

Aufführungsort: Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin
Koproduktion: Autorentheater Berlin/Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin

Autorin: Marlene Streeruwitz
Produzentin: Klara Höfels
Geschäftsführung: Sören Birke
Produktionsleitung: Judith Rannenberg
Öffentlichkeitsarbeit: Christiane Dramé
Schauspielerin: Klara Höfels
Regie: Gabriele Jakobi
Bühne/Kostüm: Klara Höfels

Neuinszenierung: von Alwara Höfels für das Gastspiel am Stadttheater Augsburg

Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin

Augsburger Allgemeine

Viele Fragen warf dieser bewegende Abend und die herausragende Leistung der Darstellerin auf, doch eines wurde bitter deutlich: Das Sterben und der Tod gehören zum Alltag! Und im Alltag, das heißt vor dem offenen Grab, werden all jene Lügen, von denen die „beste Freundin“ auf der Bühne erzählt, all die Männergeschichten, die Verletzungen, die Ungereimtheiten unbedeutend.

Dieses ewig lächerliche Theater um den Tod, ist das nicht einfach nur trivial? Als das Begräbnis der besten Freundin endlich vorbei war, drängt sich erlebtes Leid in die Erinnerung, auch böse Ironie, die Eifersucht und ganz plötzlich die nackte Angst vor den eigenen Gefühlen, vor dem Alleinsein in jener Abschiedsstunde, in der es am wichtigsten ist jemanden an seiner Seite zu haben.

Marlene Streeruwitz hat diesen entlastenden Redeschwall einer Frau, die über den Tod ihrer besten Freundin trauert, ursprünglich als eine zutiefst berührende, das Leben bejahende, sehr dichte Erzählung geschrieben. Auf der Bühne nun, als Inszenierung von Alwara Höfels, wird die literarische Kunst der Autorin durch die schauspielerische Leistung von Klara Höfels überhöht. Diese macht betroffen und bereit, über sich selbst, das Verhältnis zu sterbenskranken Freunden und die Angst, nicht zu genügen, nachzudenken.

Klara Höfels ist Leiterin des Autorentheaters Berlin e.V. Dort warb sie 2010 im Kesselhaus der Kulturbrauerei mit diesem Stück für ein Theater ausschließlich für Gegenwartsdramatik. Das Modellvorhaben fand bislang keine Finanzierung.

Solche Gastspiele, das sei nach diesem bemerkenswerten Abend als Anmerkung erlaubt, wünschen sich die Augsburger auch für die Spielstätte Hoffmannkeller….von Sybille Schiller


PANTARHEI – ALLES FLIESST

Theaterprojekte mit Laien – Projekt mit Jugendlichen

gefördert durch das Kulturamt Steglitz/Zehlendorf

Im einjährigen Theater-Filmprojekt an der Wilma-Rudolph-Oberschule Berlin mit Jugendlichen der 11. Klassen,  schrieben die Teilnehmer/innen ihre eigenen Texte, die von Klara Höfels bearbeitet und ins szenische Spiel, sowohl theatralisch, als auch filmisch, umgesetzt wurden.

Veranstaltungsort: Babylon Berlin, Rosa Luxemburgplatz
Produktionszeitraum: 2008 bis 2009, Premierentermin: 5. Juli 2009
Produktionsort: Wilma-Rudolph-Oberschule Berlin/Steglitz
Konzept / Regie: Klara Höfels
Dramaturgie: Timm Grönlund

Darsteller*innen: Bastian Sistig, Sophie Kosmann, Maja Oertel, Deborah Brachwitz, Lisa Rechenberg, Ann-Christin Pape, Steven Bischof, Curt Gillwald, Birk Bähnemann, Anke Sallewski, Stephanie Fließ, Mareike Lehmann, Meike Stöckemann, Anika Heinrich, Kristin von Jarmersted, Patrick Schimke, Yannis Pötting, Niklas Nagel, Christopher Marx.

Pantarhei - Alles fließt

Das Theater/Filmprojekt pantarhei-allesfließt entstand aus Bühnen- und Filmarbeiten von 26 Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen, im Alter zwischen fünfzehn und achtzehn Jahren, an der Wilma-Rudolph-Oberschule in Berlin Steglitz/Zehlendorf, unter Leitung der Schauspielerin und Regisseurin Klara Höfels, in Zusammenarbeit mit Timm Grönlund, Lehrer für das Fach Darstellendes Spiel.

Die Jugendlichen schrieben eigene, ganz persönliche Texte, die ihr Leben betreffen, ihre Gefühle, Sehnsüchte und Realitäten thematisieren: Trennung der Eltern, Mobbing, Drogen, Freundschaft, Liebe und Gewalt. In theatralisch/filmischer Form übersetzten sie die Themen in Monologform und in Szenen, aus denen sich das Theater/Filmprojekt pantarhei-allesfließt zusammensetzt.

Es sind ihre eigenen Texte, nicht die von anderen Autor*innen, das machte ihre Arbeit spannend, aber nicht einfach, denn es gehört Mut dazu, sich öffentlich mit den eigenen Geschichten und Themen zu präsentieren. Die Jugendlichen erhoffen und wünschen sich, mit ihrer Aufführung pantarhei-allesfließt, sowohl Jugendliche, als auch Erwachsene, ansprechen und inspirieren zu können.


Uraufführung LEONIDA von Volker Lüdecke

Koproduktion: Autorentheater Berlin / Literaturhaus Berlin
Uraufführung 1. Juli 2006 im großen Saal vom Literaturhaus Berlin

Autor: Volker Lüdecke
Regie: Hermann Treusch
Leonida: Klara Höfels
Regieassistenz: Johanna Schütze
Foto: Charlotte Burchard
Grafik: Diana Zarkadakis
Bühne/Kostüm: Klara Höfels

Leonida
Klara Höfels als Leonida

Europa ist Name unseres Kontinents, der zur Staatengemeinschaft und wirtschaftlichen „Europa-Maschine“ zusammenwächst. Europa, so hieß auch die sagenhaft schöne Prinzessin der Phoenizier, die einst Jupiter wegen ihrer Schönheit aus Asien nach Kreta entführte. Wenn jedoch das Schönheitsideal eines Tages nicht mehr erfüllt ist, dann hat „Frollein Leonida“, MISS EUROPA ein Problem, denn die feminine Firmenikone in Prospekten, Werbefilmen und im Internet ist in Wirklichkeit außer Form geraten. Innerbetrieblich schon lange auf dem Abstellgleis, besteht diese zahlungskräftige Delegation aus der Provinz darauf, mit der aus der Feme Bewunderten persönlich zu dinieren. Leonida sieht ihre Chance.

Bislang sind alle Versuche gescheitert, doch diesmal könnte es klappen: das Autorentheater Berlin entsteht.

Das Monodrama „Leonida“ von Volker Lüdecke, das jetzt im Literaturhaus Berlin Uraufführung hatte entstand in direkter Zusammenarbeit des Autors mit der Schauspielerin sowie dem Regisseur Hermann Treusch. Genau wie die neuen Theatertexte, die die Initiatorin und künstlerische Leiterin Klara Höfels im Literaturhaus seit einem Jahr an jedem ersten Sonntag im Monat von wechselnden Regisseuren, Schauspielern und Autoren in szenischen Lesungen vorstellen lässt. Inhalt und Präsentationsform sind nicht neu: Institutionen wie die Berliner Schaubühne, das Hamburger Thalia Theater oder der Stückemarkt des Theatertreffens haben sich als dramatische Trend- und Talentscouts längst etabliert. Nur werden die Autoren bei Höfels direkt in den theatralen Produktions-, sprich: den Probenprozess einbezogen: ein Konzept, das man von amerikanischen oder europäischen Erfolgsbühnen wie dem Londoner Royal Court Theatre kennt und das im Idealfall allen Beteiligten Inspirationsschübe oder gar neue Arbeitserkenntnisse beschert.

„Wenn die Gruppe die Möglichkeit hätte, über einen Probenzeitraum von vier, sechs Wochen gemeinsam mit dem Autor am Text zu arbeiten, könnten aus vielen Stücken die noch Schwachstellen haben, richtig starke Dramen entstehen“; ist die Theaterleiterin überzeugt. Höfels verficht, mit anderen Worten, eine Art Klinsmannisierung des deutschen Theaters: Mit Teamgeist, Selbstvertrauen und kollektiver Inspiration soll aus heftig differierenden Einzelleistungen das optimale Ganze entstehen. Wie weit man es im Idealfall damit bringen kann ist bekannt. Der Tagesspiegel Auszüge aus dem Artikel von Christine Wahl


LEBEN – acht Frauen – acht Wege

Koproduktion: Theaterhaus Mitte, Förderband e.V. und Klara Höfels

Produzentin: Klara Höfels
Koproduktion: Theaterhaus Mitte, Förderband e.V.,
Produktionsleitung: Torsten Hochmuth
Konzept, Regie: Klara Höfels
Regieassistenz: Klissi Zörner
Dramaturgie: Antje Borchardt
Bühne/Kostüm: Kathrin Brose
Presse/Öffentlichkeitsarbeit: Arna Vogel
Training: Arna Vogel
Plakat/Postkarten: Judith Riemelt
Fotografin: Charlotte Burchard
Dia-Entwicklung: Gerald Zörner

Darstellerinnen: Sigurd Brandt, Ursula Fertig, Helga Mouchantat, Rasimina Neumann, Brigitte Seidel, Antje Ichlieder-Parma, Elisabeth Schmidt, Karin Vollbrecht.

Das Theaterprojekt LEBENvon Klara Höfels kam nach einem viermonatigen Workshop im Theaterhaus Mitte zur Premiere, in der acht Frauen im Alter von sechzig bis siebzig Jahren ihr eigenes Theaterstück schrieben, mit Geschichten aus ihrer Kindheit, Jugend, Erwachsensein und Alter.

Leben acht Frauen acht Wege
Das Frauenensemble der Aufführung LEBEN

Die Biografien der acht Frauen stehen exemplarisch für eine Generation, deren Lebensweg von Krieg, Entbehrungen, der Frauenbewegung und dem Ost-West-Konflikt geprägt war. Im Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Tradition spiegeln die persönlichen Geschichten deutsche Geschichte der letzten Jahrzehnte. Die Produktion wendet sich mit Humor gegen negative Altersvorstellungen in unserer Gesellschaft. Sie ist ein Plädoyer für ein selbstbewusstes Altem und will damit ein Forum für den Austausch über und mit älteren Menschen schaffen.

LEBEN: der Theaterabend ist in drei Teile geteilt:

  1. Teil: Kindheit
  2. Teil: Jugend und Erwachsenendasein
  3. Teil: Alter

In der viermonatigen Probenarbeit fand ein Trainingsprogramm statt, welches beinhaltete: Gedächtnis- Atem-, Sprachtraining und Improvisation. Textarbeit:die Frauen zwischen sechzig und siebzig Jahren schrieben ihre Lebensgeschichten aus Kindheit, Jugend, Erwachsensein und Alter. Textbearbeitung und Theaterspiel. Nach anfänglichem Zögern und sich nicht trauen, sehr persönliche Texte zu schreiben, war die Entwicklung der Frauen im Laufe der Probenzeit erstaunlich; sie verjüngten sich geradezu. Durch Anregung von Phantasie und Kreativität wurden sie geistig reger und körperlich aktiver.

Die Premiere und Vorstellungen von LEBEN waren ein großer Erfolg. Für alle Beteiligten eine enorme Bereicherung.


DER JUDE VON MALTA von Christopher Marlowe

Bearbeitung Christian Duda

Aufführungsort: Theater am Ufer Berlin
Aufführungen: 29. Mai – 19. Juni 1997
Produzentin: Klara Höfels
Textbearbeitung: Christian Duda
Regie: Christian Achmed Gad Elkarim
Kostüm: Katrin Kath
Gemälde: Igor Livchits
Bühnentechnik: Stephan Besson, Heinz Fitzen
Presse/Öffentlichkeitsarbeit: Sandra Visscher

Schauspieler*innen:

Dietmar Burkhard (Barabas)
Klara Höfels (Calymath/Jude/Bellamira/Äbtissin/Katherine)
Wolf-Dieter Panse (Ferneze/Bruder Bernardine /Beamter)
Harald Pilar von Pilchau (Ithamore/Beamter)
Frank Rebel (Mathias)
Till Sarrach (Don Lodowick/Martin del Bosco/Callapine/Pilia-Borza/Kaufmann)
Uschi Schneider (Abigial, Machiavel/Jude)

Der Jude von Malta
Klara Höfels und Dietmar Burkhard

Ein Malteser Jude in Berlin. „Ein Stück, das noch nach 400 Jahren an keiner Stelle knirscht“, versicherte der Regisseur Christian Achmed Gad Elkarim. Marlowe meint England. Wir meinen die Insel Berlin, sagt Regisseur Elkarim. Der Schauplatz ist verlegt in eine Berliner Bar, wo sich die Bauspekulanten, die Politiker, die Models, die ganze mafiotische Gesellschaft dieser Stadt trifft. Draußen die polnischen Bauarbeiter – eine Metapher auf den Malteser Sklavenmarkt.

Sieben Schauspieler agieren in 21 Rollen zum gesellschaftlichen Verfall. Allein Dietmar Burkard bleibt Barabas, während die anderen sich ständig wandeln. Besonders krass schafft es die Höfels – schön hässlich oder hässlich schön. Die Moral geht den Bach runter. Kein gemütlicher Theaterabend. Hier wird in über zwei Stunden alter Stoff aufgekocht, dass es stinkt. (Peter Jacobs)


Uraufführung DR. HC. BURKHARDT BLÄSSLING 

Produzentin: Klara Höfels
Autor: Christian Duda
Regie: C. A. Gad Elkarim
Kostüm: Stefanie Lazarus
Bühnenbild: Wawa Tokarski
Dr. hc. Burkhardt Blässling: Klara Höfels

Dr. HC. Burkhardt Blässling
Klara Höfels als Dr. h.c. Burkardt Blässling

Uraufführung am 16. März 1993 Musikhalle Ludwigsburg und als Gastspiel in mehreren Städten, zuletzt in Berlin im damaligen Kinosaal der Hackeschen Höfe.

Dr. h.c. Burckardt Blässling erzählt von Familie, Heim, Heimat. Seine Frau, stets sein braver Ratgeber, ist inzwischen mit Blässlings persönlichem Referenten Sigi aus dem Saal verschwunden. Blässling weiß, wozu, gerät in Panik, demaskiert sich. Sein Hass bricht hervor – auf die Wähler, seine Irmtraut, auf Ausländer, die Kultur, Sigi, die Frauen. Er hasst alle und packt aus. Dafür, dass er sich vorm Wählerpack hinstellen muss, währen 16.000 DM im Monat gerade genug.

Bis in den durch Selbstmitleid scheiterten Selbstmord gerät seine Hysterie. Die Situation wird geradezu pervers, als er mit der Pistole an der Schläfe vorn steht und die Wähler warten. Irgendwann schaltet der Hausmeister das Licht aus. „Ist wirklich spät“.

Unser Kandidat im Wahlkampfeinakter von Christian Duda – Inszenierung C. A. Gad Elkarim – ist die Schauspielerin Klara Höfels. Körperlich zum satten Spießer ausgestopft, füllt sie ihn perfekt mit seinen Plattheiten aus, lebt Großkotzigkeit wie Jämmerlichkeit vor. Ein derber Kraftakt, gerade richtig zur Wahl. Stark überhöht. Oder nicht? Sie wollten doch auch noch einen Kandidaten vor der Wahl hören? 

Die Projekte der Klara Höfels hatten immer etwas Explosives. Auch mehr als einem lieb ist. Kurz nach ihrer Wahlrede als „Dr.h.c. Burkhardt Blässling“ 1994 in den Hackeschen Höfen wurde dort bei Sanierungsarbeiten des Saales eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Vor der hatte sie ohne blasse Ahnung Politik gespielt. C’est la vie! Und für die Rede wäre bald wieder Zeit. (Almut Schröter, Neues Deutschland 29.09.1994)


Uraufführung Lucrezia Borgia

Auftragsarbeit der Universität Stuttgart für den Kongress <Die Borgia> in Schwäbisch Hall vom 28. April bis 1. Mai 1992.

Produktion: Klara Höfels
Autor: Christian Duda
Regie, Bühne/Kostüm: C. A. Gad Elkarim
Foto:Harald Reich

Als Gastspiel wurde die Aufführung LUCREZIA BORGIA über 100 Mal in ganz Deutschland gezeigt. In den Städten u.a. Berlin, Stuttgart, München, Frankfurt, Kiel, Köln, Hamburg

Lucrezia Borgia
Klara Höfels als Lucrezia in Lucrezia Borgia

KÖLNER RUNDSCHAU  -Teufelsweib im Trachtenlook-

…und wenn Klara Höfels kokett die schwarzbestrumpften Beine übereinander schlägt, während sie über die Tricks weiblicher Verlockungen resümiert, verschmelzen Kleopatra, Lucrezia und Lou Andrea Salome zu einer einzigen archetypischen Gestalt. Immer wieder ist die männliche Welt ihr erlegen und nicht selten haben Politik und Klerus ihren subtilen Einfluss mit Gewalt zu kontrollieren versucht. Und wenn das Teufels Weib Lucrezia schließlich Rüschen-Bluse und Kniestrümpfe angelegt hat, dann bleibt hinter bravem Trachtenlook doch immer eine herausfordernde stolze Frau spürbar.

Lucrezia Borgia
Klara Höfels als Lucrezia in Lucrezia Borgia

MAIN ECHO

In einem glänzenden Plädoyer für die Freiheit von Körper und Geist fordert sie alle Ideologien dieser Welt zu einem mit scharfer Klinge geführten Duell heraus und entlarvt sie als Menschen verachtende, Macht geile Usurpatoren. Das Flammenschwert der Rede der 1480 geborenen und 1519 verstorbenen Lucrezia Borgia züngelt dabei in witzigen Arabesken, um dann immer wieder treffsicher zuzustoßen mitten hinein in das falsche Herz tradierter Ethik und Moral… Nein, Gott wird nicht gelästert und auch nicht die Jungfrau Maria, vielmehr werden alle diejenigen, die in deren Namen ihr eigenes unheiliges Werk betrieben, an den Pranger gestellt…

So fein geschliffen die Klinge ist, mit der Verfasser Christian Duda hier ficht, so glänzend ist auch sein Witz, mit dem er den blutigen Ernst immer wieder in helles Gelächter münden lässt, wobei der 1962 in Graz/Österreich geborene Duda, die Sprache virtuos beherrscht.

 MAINPOST

Es geht um den nie endenden Geschlechterkampf, um Macht und Korruption, um das, was Mann und Frau geblieben sind in den Jahren, um das, was sie verändert hat. Klara Höfels macht den gewünschten Spannungsbogen von der Frau des 15. zu der des 20. Jahrhunderts sichtbar, zwischenmenschliche Beziehungen deutlich! Sie ist verrucht, raffiniert, verzweifelt, fragend, selbstsicher und dabei durchgängig unmissverständlich. Gestik, Mimik, Stimme faszinieren im aufreizenden Neglige ebenso wie im zusammengestöpselten Trachten Look… Für die gute einstündige brillante Präsenz bedankte sich das Publikum mit stürmischem Applaus.


Uraufführung eswarKRIEGesistKRIEGeswirdKRIEGsein…

Uraufführungam 31. August 1991 im Renitenz-Theater Stuttgart

Koproduktion: Klara Höfels / Renitenz-Theater Stuttgart
Autor: Christian Duda
Regie/Bühne/Kostüm: C. A. Gad Elkarim
Schauspieler/innen: Hagen Achterfeld, Barbara Troschke, Klara Höfels
Musik: Mathias Herrmann

eswarKRIEGesistKRIEGeswirdKRIEGseinwirsind
KRIEGsopferwirsindKRIEGsgegnerwirsindKRIEG
erKRIEGistinderfremdeKRIEGistzuhause

EswarKriegeswirdKriegsein
Szenenfotos aus der Inszenierung eswarKriegesistKriegeswirdKriegsein

Bilder, Nachrichten, allesamt Verkürzungen, sie sind es, die uns nahebringen. In Kriegs-und Friedenszeiten! Wir wissen: die Bilder, die Nachrichten, die Verkürzungen lügen. Wie muss man die Bilder und Nachrichten montieren, dass sie zusammen die Wahrheit erzählen?

Anarchistische Experimentierwut.

Wie will das Theater eine unabhängige Welt bleiben, wenn es sich in der Suche nach Sponsoren, Subventionen und Zuschauern verschleißt? Muss Theater Bestandteil einer schönen Welt sein, um Erfolg zu haben?

Mitternachtstheater.

Am Renitenz-Theater wird der Versuch gestartet, zu dieser späten Stunde, ein neues Programm zu etablieren. Das Mitternachtstheater will möglichst schnell auf die Schlagzeilen der Medien reagieren und somit eine künstlerische Reflektion auf den Alltag liefern. Das Thema des ersten Abends ist der Krieg.

Krieg.

Deutschland, ein Land an der Peripherie des Krieges, geographisch und finanziell. Wie sieht es aus in diesem Land? Die Meldungen der Tageszeitung sollen Auskunft geben über den Frieden, in dem wir leben! Auf der anderen Seite das Kriegsgebiet: Irak, Kuwait, Jugoslawien, Libanon… Länder im Mittelpunkt des Krieges. Wie leben die Opfer? Was denken Sie? Chaim Nachman Bialiks Text „Die Stadt des Schlachtens“ formuliert stellvertretend für viele die Gefühle, Gedanken und Schmerzen im Angesicht des eigenen Untergangs.

Die Schauspieler Klara Höfels, Barbara Troschke, Hagen Achterfeld präsentieren eine Collage aus Alltagssituationen, Zeitungstexten, die die Stuttgarter Normalität während des Golfkriegs spiegeln, und Chaim Nachmann Bialiks Epos „Die Stadt des Schlachtens“. Aus der Konfrontation von Alltäglichem mit der außerordentlichen Situation des Krieges, verspricht Regisseur Elkarim, erwüchsen Absurdität und Komik, der moralische Zeigefinger werde nicht erhoben. „Am Schluss steht die Frage, ob nicht die größte Gefahr der Kriege die überlebenden Opfer sind, in denen die Wurzeln zu neuem Militarismus gelegt werden.“


Uraufführung Theater Intim

Uraufführung am 5. November 1990 im Renitenztheater Stuttgart

Koproduktion: Klara Höfels / Renitenz Theater Stuttgart
Autor: Helmut Lorin
Regie: C. A. Gad Elkarim
Schauspielerin: Klara Höfels
Schauspieler: Helmut Lorin
Bühne/Kostüm: C. A. Gad Elkarim
Klavier: Angelika Götz

Theater intim
Klara Höfels und Helmut Lorin

Im Theater ist es wie im richtigen Leben: die wahren Dramen spielen sich hinter den Kulissen ab. Da wird koaliert und intrigiert, gefeuert und geflirtet. Unter dem Vorwand, dass hier Kunst entsteht, inszenieren die Schauspieler ihr Leben. Einen „Blick unter die Bettdecke des Theater“ wagt nun Helmut Lorin mit seinem neuen Stück „Theater Intim-Schauspiel Report Teil 1, dass heute um 20:30 Uhr im Renitenz-Theater in der Königstraße Premiere hat. Er weiß, wovon er spricht: schließlich ist Lorin bereits in der elften Spielzeit selber Schauspieler am Staatstheater. Zusammen mit der Ex-Staatsschauspielerin Klara Höfels und dem jungen Regisseur Christian Achmed Gad Elkarim beleuchtet er hier ein Stück Bühne bissig-ironisch von innen. Wir meinen uns mit diesem Stück auch selber, sagt Elkarim, und Klara Höfels fügt hinzu: „wir wollen die Leute durch das Lachen zum Nachdenken bringen.

Gleichzeitig arbeiten die drei Künstler, die sich am Stuttgarter Staatstheater kennen gelernt haben, auch am Aufbau eines eigenen Autorentheaters. Zu zahlreichen Bühnenautoren haben Sie deshalb bereits Kontakt aufgenommen, als Spielort träumen Sie von Kammertheater. Es klingt verlockend, zumal eine Bühne, an der die Autoren bei den Inszenierungen gleichberechtigt mitwirken, vollkommen fehlt. Und das Kammertheater böte, da ist sich das Trio einig, ein ideales Ambiente dafür. Ob sich die Verantwortlichen für diese Idee erwärmen, das bleibt abzuwarten. Wenn nicht, ist Klara Höfels entschlossen, ihr Projekt in einer anderen Stadt zu starten. Stuttgarter Zeitung Podium vom 5.11.1990


Uraufführung MEDEA MEDEA

Auftragsarbeit vom Staatstheater Nürnberg
Uraufführung am 22. Oktober 1989 – Kammerspiele vom Staatstheater Nürnberg

Koproduktion: Klara Höfels / Staatstheater Nürnberg
Autoren: Christian Duda, Helmut Lorin
Inszenierung/Bühne: C. A. Gad Elkarim
Kostüme: Christian Göbl
Regie/Ausstattungsassistenz: Andrea Erl
Inspizient: Peter Reiner;
Souffleuse: Helene Tabery;

Schauspieler/innen:

Hannes Seebauer (Schutzengel); Klara Höfels (Medea); Helmut Lorin (Jason); Werner Fenn, Stefan Noering, Nicolas Rohner (Sohn1); Rudi Schoepke, Thomas Noering, Fabian Häfelein (Sohn2); Özdemir Ötztürk (Kunde)

Technische Leitung: Max Grünwald/Rudolf Kluwig
Maske:Hans Hack
Bühne: Peter Mesternacher
Beleuchtung: Konrad Danegger
Ton: Werner Schiller, Frantisek Markacz/Peter Zeilmann
Requisiten:Michael Egger

Medea Medea
Klara Höfels als Medea

Medea mitten unter uns:

Verzweiflungsschrei der Hilf- und Sprachlosen.
Autoren-Duo dramatisierte den Fall der Christa R.

Medea als zeitloses Symbol der in die Enge getriebenen, an ihrer Not wahnsinnig werdenden Frau, der Kindermörder aus Verzweiflung? Wie schon die antike Heldin einer Tragödie des Euripedes, so ist auch die bundesdeutsche Metzgersgattin Christa R. zumindest auf der Bühne in Nürnberg letztlich aus Liebe zur Kindermörderin geworden. Unter dem gedoppelten Titel Medea Medea – die kriminalistische Gegenwartstragödie wurde jetzt uraufgeführt – wirbt das Autorenduo Gad Elkarin und Helmut Lorin um Verständnis für die Not einer Verzweifelten. Aus Angst vorm rohen Fleisch kann der seelisch kranke Mann nicht mehr arbeiten. In Anlehnung an einen Gerichtsbericht des „Spiegel“ von 1988 lassen die Autoren die Frau mit mäßigem Erfolg das Geschäft führen, die Kinder mit Schreien und Fluchen erziehen und vergeblich um die Zuneigung ihres Mannes werben. Die Autoren lassen den Besucher die still wachsende Verzweiflung der „Heldin“, ihr Gefühl von Ausweglosigkeit spüren. Dem Gatten nämlich ist alles eins, ob „Rippe vom Schwein, Lende vom Rind, die Brust meiner Frau“. Als der zumeist Zeitung lesende Metzgereibesitzer – er leidet unter Phobien – schließlich auf Kur gehen soll, bricht die kleine Welt seiner Frau endgültig zusammen und die Tragödie – von antikem Ausmaß – nimmt ihren Lauf. In eindrucksvollen Szenen, in denen zum Teil minutenlang kein Wort fällt, immer in der Nähe von hysterischem Lachen und haltlosem Weinen, bietet die Stuttgarter Schauspielerin Klara Höfels Einblicke in das ausweglose seelische Desaster der biederen Metzgersfrau. Diese ist nicht in der Lage an ein anderes Leben nur zu denken, geschweige denn in eine neue Zukunft aufzubrechen. Weil da kein denkbarer Ausweg ist, – ist das grässliche Ende vorprogrammiert!