Projektbeschreibung

DIE EWIGKEIT IM DAZWISCHEN

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Als Künstlerische Leiterin des Autorentheaters Berlin ist es mir gelungen, die Uraufführungsrechte für das Zweipersonenstück DIE EWIGKEIT IM DAZWISCHEN zu erlangen und ein Produktionsteam zu bilden, dass kollektivan der Umsetzung des zeitgenössischen Stoffes arbeiten wird. Diese Zusammenarbeit geht über den üblichen Probenprozess hinaus, da die Autorin Heike Falkenberg von Anfang anin die Vorbereitungs- und Probenabläufe mit eingebunden ist.  

In diesem Arbeitszusammenhang gilt nicht die Verabredung, wie an den Theatern normalerweise üblich, dass Autor*innen erst zur Premiere eingeladen werden. Entgegen den ausgeprägten Formen des Regietheaters stellt das Autorentheater – Autor*in, Text, Schauspiel und Regie – in einen wechselseitig wirkenden Produktionszusammenhang. Die Autor*innen nehmen direkten Einfluss auf die Strichfassung und Veränderungen des Stücktextes, damit zum Beispiel die Streichung maßgeblicher Szenen vermieden wird. 

Auf genau dieses produktive Zusammenspiel, auf die wechselseitige Erweiterung der Horizonte zielt die neue Produktionskultur des Autorentheaters. Unter diesen Voraussetzungen werden Szenische Lesungen und Aufführungen langfristig erfolgreich vor Publikum und Presse bestehen können: “Arbeitsbeziehungen zwischen Autor*innen und Regisseur*innen sind die einzige produktive Gegenwehr gegen flüchtige Moden und Marktbewegungen’” (John von Düffel).

Weibliche Sicht

Als langjährige Theaterschaffende sehe ich dieses Theaterprojekt als meinen Beitrag, einer Autorinnenstimme Raum zu geben, d.h. der weiblichen Sichtauf heutige Themen. 

Es erschließt sich mir nicht, warum zum Beispiel an hochsubventionierten Theatern wie dem Deutschen Theater in 2018 kein einziges Theaterstück einer Autorin gezeigt wurde.  

Das Theaterstück ist von einer Frau geschrieben.

Die Protagonistin ist eine Frau. Noch dazu eine ältere Frau, eine, die wütet, polemisiert, lauthals leidet, die ungerecht ist und selbstverliebt, übergriffig und einsam und die neben dem Ausleben dieser Gefühle – die zeitgenössische Frauen über 50 auf Theaterbühnen selten zeigen dürfen – ein weiteres Tabu bricht: sie verliebt sich in einen sehr jungen Mann. 

Das Männerbild, das die Autorin zeichnet…

Die Männerrolle in diesem Zweipersonenstück ist ein unbeholfener Schweigsamer, einer der abgehängt wurde. Ein Mensch, der belogen wurde, der nicht weiß, wo er selbst steht und der sich nichts zutraut. Ein verletzter Mann, der zuschlägt; aus Ohnmacht und um endlich selbst zutreten zu dürfen.  

Der weibliche Blick der Autorin auf die Gesellschaft…

DIE EWIGKEIT IM DAZWISCHEN spielt in einem Vakuum. In diesem luftleeren Raum sind nur noch die Geräusche der Gesellschaft zu hören. Ferne Stimmen, Rasenmäher, Baulärm, der Signalton einer empfangenen Sprachnachricht… 

Wir sind der festen Überzeugung, mit diesem spannenden Text-Material und einem Kollektiv aus Autorin, Schauspiel, Regie und Komponist, einen relevanten Theaterabend realisieren zu können, der das Publikum berühren und bereichern wird.


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